Wie KI im Großhandel Überbestände reduziert und Engpässe verhindert
Beitrag von Patrizia Rodacki
Online-Redakteurin bei Proalpha
Veröffentlicht: 30. Januar 2026
Zuletzt aktualisiert: 4. Februar 2026
Das Wichtigste in Kürze
KI im Großhandel automatisiert zeitaufwendige Routinen in Logistik, Vertrieb und Verwaltung. Bereits nach 4-6 Wochen können Unternehmen mit dem gezielten Einsatz von KI-Apps Zeit und Kosten im Großhandel sparen.Die wichtigsten Anwendungsfelder:
- Automatische Bedarfsplanung und Disposition basierend auf Verkaufsdaten und Saisonalität
- Tourenplanung und Kommissionierungsoptimierung
- Automatisierte Dokumentenverarbeitung (Bestellungen, Lieferscheine, Rechnungen)
Herausforderungen:
- Veraltete ERP-Systeme, uneinheitliche Stammdaten über Standorte hinweg, fehlende KI-Erfahrung bei Mitarbeitern
- Zeitersparnis durch automatisierte Bestellvorschläge und Bestandsoptimierung, präzisere Prognosen für Engpässe sowie eine bessere Kapitalbindung
Wettbewerbsdruck steigt, Lieferverpflichtungen werden strenger, Margen schrumpfen. Der Großhandel braucht neue Lösungen, um profitabel zu bleiben.
Entscheidend sind Echtzeitinformationen, eine reibungslose Warenannahme sowie ein strukturierter Blick über die gesamte Lieferkette vom Wareneingang bis zur Zustellung beim Kunden. AI im Großhandel unterstützt genau diese Anforderungen.
Besonders der Vertrieb profitiert: KI-Software für Sales-Abläufe im Großhandel automatisiert die Auftragserfassung, individualisiert die Preisgestaltung und beschleunigt den Kundenservice. In diesem Artikel zeigen wir, wie der Großhandel branchentypischen Herausforderungen souverän mit Künstlicher Intelligenz begegnet.
Webcast
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Wie funktioniert KI im Großhandel?
KI entlastet dort, wo der Druck im Großhandel am größten ist: Sie automatisiert zeitraubende Routinen, wertet komplexe Datenmengen aus und liefert präzise Entscheidungsgrundlagen, damit Großhändler schnell reagieren und sich flexibel an neue Bedingungen anpassen können.
Automatisierung wiederkehrender Prozesse
KI analysiert Verkaufshistorie, Saisonalität und Marktbewegungen. Daraus entstehen verlässliche Prognosen für:- Wareneingang und Bestandserfassung ohne manuelles Zählen
- Automatische Verarbeitung von Lieferantenrechnungen und Lieferscheinen
- Erstellung von Produktbeschreibungen für B2B-Kataloge und Onlineshops
- Kommissionierung (KI schlägt optimale Pick-Routen und Packeinheiten vor)
Vorhersagen basierend auf Daten
Leistungsfähige Systeme durchforsten Bestände, Lieferzeiten, Kundendaten und externe Faktoren. Sie zeigen auf einen Blick, wo Engpässe entstehen und welche Kunden besondere Aufmerksamkeit benötigen. Außerdem prüfen sie, ob sich eine Preisanpassung lohnt, damit Einkauf, Vertrieb und Geschäftsführung fundiertere Entscheidungen schneller und mit weniger Risiko treffen können.Was sind die Einsatzbereiche von KI im Großhandel?
Die Haupteinsatzbereiche sind Logistik, Vertrieb und Verwaltung. Künstliche Intelligenz in der Logistik analysiert Unmengen an Daten, um präzise Vorhersagen zu treffen. Insbesondere bei hoher Produktvielfalt und schwankenden Bestellmengen unterstützen diese Prognosen Großhändler dabei, Warenbewegungen an die Nachfrage anzupassen.
Auch in der Dokumentenverarbeitung kann AI Großhändlern unter die Arme greifen, indem sie lästigen Papierkram übernimmt. So kann Künstliche Intelligenz Dokumente erkennen, Daten auslesen und direkt ins System übertragen. Davon profitieren besonders KI-gestützte Sales-Prozesse im Großhandel und das Team kann sich auf Kundengespräche, Beratung und strategische Aufgaben konzentrieren.
Die wichtigsten Einsatzbereiche von AI im Großhandel – von KI Sales über Disposition bis zur Logistik
Podcast
Wie gelingt Mittelständlern der KI-Einstieg?
Viele Unternehmen zögern noch. Dieser Podcast zeigt den praktischen Einstieg mit bewährten Standardlösungen. Jetzt reinhören!
Wie arbeiten KI und ERP im Großhandel zusammen?
Die Verbindung von KI und ERP-Warenwirtschaftssystemen (Software zur Verwaltung aller Geschäftsdaten) automatisiert komplexe Großhandelsprozesse. Das sorgt für bessere Datenqualität und effizientere Abläufe.
KI-Systeme ermitteln automatisch optimale Bestellmengen unter Berücksichtigung von Lieferzeiten, Mindestabnahmen und verfügbaren Lagerkapazitäten. Gleichzeitig analysieren sie Kundendaten nach Kaufverhalten und Gewinnbeitrag, erkennen Abwanderungsrisiken frühzeitig und schlagen individuelle Preise für Stammkunden vor.
Moderne Warenwirtschaftssysteme mit KI-Anbindung überwachen kontinuierlich die gesamte Lieferkette und optimieren Transportrouten, indem sie Engpässe frühzeitig erkennen und alternative Lieferantenvorschläge liefern. Zusätzlich prüfen sie Lieferantenzertifikate und überwachen Haltbarkeitsdaten sowie Chargennummern für eine lückenlose Qualitätssicherung.
Kämpfen Sie mit Überbeständen bei gleichzeitigen Lieferengpässen?
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KI-Einführung im Großhandel: Was müssen mittelständische Unternehmen beachten?
Eine erfolgreiche KI-Einführung braucht moderne IT-Infrastruktur, saubere Daten und geschulte Mitarbeiter. Die größten Hürden liegen in veralteten ERP-Systemen, unvollständigen Daten und fehlendem Know-how. Viele mittelständische Großhändler unterschätzen den Aufwand für die Vernetzung ihrer Prozesse.
Uneinheitliche Artikelstammdaten, veraltete Software ohne moderne Schnittstellen und lückenhafte Bestandshistorien sind nur einige der Hürden, die Mittelständler bei der KI-Einführung überwinden müssen. Hinzu kommen hohe Investitionskosten und Skepsis in der Belegschaft.
Technische Voraussetzungen für die KI-Einführung im Großhandel
Für ein stabiles technisches Fundament und eine sichere Verbindung benötigen Großhändler:
- Moderne Warenwirtschaftssoftware mit offenen Schnittstellen (Verbindungen zu anderen Programmen)
- Zuverlässige Internetverbindung für Cloud-Dienste (Online-Software)
- Strukturierte Datenhaltung in allen Geschäftsbereichen
- Geschultes Personal für die Systembetreuung
In 4-6 Wochen mit KI im Großhandel starten: Bewährte Standardlösungen nutzen
Wir von Proalpha empfehlen gerade mittelständischen Unternehmen, nicht mit komplexen, individuellen KI-Projekten zu beginnen. Christoph Kull bringt es auf den Punkt: „Unternehmen sollten den Einsatz von KI strategisch und zielgerichtet angehen – Prozess für Prozess und Geschäftsbereich für Geschäftsbereich – mit sofort einsatzfähigen KI-Apps. Nur dort, wo KI-Anwendungen echten Nutzen bringen, wird auch tatsächlich verändert."1
Starten Sie stattdessen mit standardisierten AI Apps, die sich bereits bewährt haben, etwa bei der automatischen Bedarfsplanung oder Dokumentenverarbeitung. Sie können bereits in 4-6 Wochen erste Erfolge mit den KI-Apps erzielen.2 Sammeln Sie erst Erfahrungen mit erprobten Tools, bevor Sie eigene AI-Projekte entwickeln. KI braucht Kontext und Daten, um zu lernen. Das gelingt mit sofort einsatzfähigen Lösungen deutlich besser und risikoärmer.
So ermöglicht beispielsweise die KI-gestützte Bestandsoptimierung, über tausende Artikel hinweg Verbrauchsmuster zu erkennen und Dispositionsparameter dynamisch anzupassen. Die Anwendung reduziert damit Kapitalbindung und Überbestände, ohne die für den Großhandel existenzielle Lieferfähigkeit zu gefährden.
Breite Akzeptanz im KI-Umfeld schaffen: Alle Mitarbeiter mitnehmen
KI muss keine Black Box bleiben. Auch wenn sich viele Prozesse automatisieren lassen, wird Künstliche Intelligenz nach wir vom Menschen koordiniert: Entscheidend ist daher, dass nicht nur Tech-Enthusiasten, sondern auch Disponenten, Einkäufer, Lagerleiter und Führungskräfte darin geschult werden, Künstliche Intelligenz im Großhandel sicher und effizient einzusetzen.
Quellen:
1Vgl. Quelle: Kull, Christoph (2025): So bringt der Mittelstand Künstliche Intelligenz erfolgreich in den Alltag. In: Markt und Mittelstand, 10. Juli 2025. Online verfügbar unter: https://www.marktundmittelstand.de/technologie/ki-strategisch-und-praxisnah-einsetzen.
2Vgl. Proalpha: "KI im Mittelstand: Aufholen mit Ready to Use AI Apps", Podcast, 04:46-06:45.
Patrizia Rodacki
Online-Redakteurin bei Proalpha
Als Redakteurin bei Proalpha schreibt Patrizia Rodacki über ERP, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Ihr Fokus liegt dabei auf dem industriellen Mittelstand. Sie erklärt anspruchsvolle Technologien so, dass sie für Entscheider und Anwender greifbar und umsetzbar werden.