Cloud oder On-Premises – wo liegen die Unterschiede bei ERP-Plattformen?
Beitrag von Jouni Frommann
Veröffentlicht: 2. März 2026
Das Wichtigste in Kürze
Bei der Wahl einer ERP-Plattform stellt sich die Frage: Cloud oder On-Premises? Beide Modelle haben Stärken und Schwächen. Die Hybrid-Cloud vereint das Beste aus beiden Welten.
- Cloud: Flexibel, skalierbar und zu geringen Startkosten verfügbar. Nachteil: Abhängigkeit vom Anbieter und externe Datenspeicherung.
- On-Premises: Volle Kontrolle über System und Daten. Nachteil: Höherer Wartungsaufwand und Investitionskosten.
- Hybrid: Vereint Kosteneffizienz, Skalierbarkeit und Leistungsstärke beider Ansätze.
Inhaltsverzeichnis
- On-Premises vs. Cloud – zwei grundlegend verschiedene Deployment-Konzepte
- Wo liegen Vorteile im Vergleich On-Premises vs. Cloud?
- Was ist die Hybride Cloud?
- Welche Datenschutzanforderungen muss Cloud-ERP für deutsche Mittelständler erfüllen?
- Sicherheit – welche Unterschiede bestehen bei On Premises vs. Cloud?
- Schritt für Schritt zur richtigen zur richtigen ERP-Lösung
On-Premises vs. Cloud – zwei grundlegend verschiedene Deployment-Konzepte
Beim Deployment von Software stehen Unternehmen inzwischen vor der Grundsatzfrage: lokal betreiben oder in die Cloud verlagern? Nach wie vor sind beide Konzepte weit verbreitet. Die Cloud ist inzwischen in Unternehmen alltäglich. Laut dem Branchenverband Bitkom nutzen im Jahr 2024 rund 81 Prozent der deutschen Unternehmen Cloud Computing [1] .
Das Hosting von Anwendungen On-Premises ist dabei die klassische Herangehensweise. Eigene Server kommen zum Einsatz und Sie betreiben die Software über Lizenzen. Support, Administration und Aktualisierungen liegen im eigenen Aufgabenbereich. Gleiches gilt für den gesamten Bereich der IT-Sicherheit.
Die Cloud hingegen stellt faktisch das komplette Gegenteil dar. Ein Dienstleister stellt flexible Ressourcen bereit, auf die Sie über das Internet zugreifen. Die Cloud ist mehr als nur Rechenleistung, denn meistens gehören Anwendungen zum Angebot. Der Dienstleister verwaltet die gesamte Plattform und kümmert sich auch um die Sicherheit. Die große Stärke der Cloud ist die skalierbare Leistung.
Die Infrastruktur bestimmt also den Aufwand mit der Verwaltung und beeinflusst die Ressourcen. Wer für die IT-Sicherheit zuständig ist, hängt ebenfalls davon ab. Diese Faktoren gelten auch beim Vergleich zwischen EPR-Lösungen in der Cloud oder On-Premises.
Mehr Fokus aufs Kerngeschäft. Weniger IT-Aufwand.
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Wo liegen die Vorteile im Vergleich On-Premises vs. Cloud?
Cloud-Lösungen punkten durch die Flexibilität, Skalierbarkeit und minimalen Aufwand bei der Verwaltung. Auch die IT-Sicherheit ist hier grundsätzlich höher. Die On-Premises-Systeme bieten Ihnen hingegen maximale Kontrolle über Ihre Daten und Prozesse. Außerdem gibt es Optionen zu Anpassung an Ihre individuellen Unternehmensanforderungen. So behalten Sie die Kontrolle über kritische Prozesse und Daten.
Ein klarer Vorteil von Cloud-Lösungen zeigt sich in Zeiten des IT-Fachkräftemangels. Sie benötigen selbst kein großes IT-Team, um Ihre Infrastruktur zu betreiben. Diese Aufgabelagern Sie einfach mit in die Cloud aus. Gleichzeitig erlaubt Ihnen dies den Fokus auf das Kerngeschäft.
Viele mittelständische IT-Abteilungen stoßen an ihre Grenzen, wenn es darum geht, Sicherheitssysteme gegen immer komplexere Bedrohungen aktuell zu halten. Cloud-Anbieter beschäftigen spezialisierte Security-Teams und investieren kontinuierlich in Schutzmaßnahmen – ein Niveau, das On-Premise oft nicht erreicht wird. Die Verantwortung für den Datenschutz bleibt dennoch beim Unternehmen: Transparente Audits und klare vertragliche Regelungen wie Auftragsverarbeitungsverträge schaffen hier die nötige Absicherung.
Die Vorteile auf einen Blick:
Die Nachteile bei On-Premises-Lösungen sind die limitierte Erweiterbarkeit und die hohen Investitionskosten zum Start. Problematisch ist auch die Ausfallsicherheit. Ist kein zweites Systemvorhanden, das bei einem Ausfall einspringt, sind die Anwendungen nicht mehrerreichbar. Bei der Cloud ist ein zentraler Nachteil die Abhängigkeit von einer Internetverbindung. Außerdem verlagern sich die Sicherheits- und Datenschutzanforderungen. Die IT-Sicherheit übernimmt zum großen Teil der Cloud-Dienstleister. Ihre Aufgabe ist es, herauszufinden, ob die gewählte Plattform die Sicherheits- und Datenschutzanforderungen erfüllt.
Was ist die Hybride Cloud?
Die Hybrid Cloud ist ein Konzept, das eine On-Premises-Lösung mit der Cloud kombiniert. Dies lässt sich mit einer Private oder Public Cloud umsetzen. Bei der Hybrid Cloud verbleiben Teile des Systems lokal auf eigenen Systemen.
Welche Vorteile bringt eine Hybrid Cloud mit?
Die hybride Cloud vereint die Skalierbarkeit und Flexibilität der klassischen Cloud mit der Individualität von On-Premise-Lösungen. Gerade die ERP-Lösung von Proalpha zeigt hier, wie die Stärken des Konzepts in der Praxis aussehen.
In erster Linie entscheiden Sie durch den modularen Aufbau, welche Komponenten sich lokal, und welche sich in der Cloud befinden.
Das gelingt, da jedes einzelne Modul, beispielsweise Produktion, Materialwirtschaft oder Projektmanagement, entweder in der Cloud oder On-Premises liegt. Ein Transfer einzelner Module in die Cloud gelingt zu jedem Zeitpunkt. Das gibt Unternehmen die Freiheit, unternehmenskritische Kernprozesse auf eigener Infrastruktur zu betreiben. Damit erfüllen sie strikte Compliance-Auflagen und haben gleichzeitig eine flexible Cloud-Infrastruktur zur Verfügung.
Gleichzeitig steht Ihnen mit der Hybrid Cloud die volle Skalierbarkeit zur Verfügung. Rechenleistung oder Speicherkapazität ist so jederzeit zusätzlich verfügbar. Eine solche Lösung eignet sich besonders für mittelständische Unternehmen, die weiterhin die volle Kontrolle über kritische Prozesse behalten möchten.
Das gibt Unternehmen die Freiheit, unternehmenskritische Kernprozesse auf eigener Infrastruktur zu betreiben, strikte Compliance-Auflagen zu erfüllen und gleichzeitig eine flexible Cloud-Infrastruktur zu nutzen.
Welche Datenschutzanforderungen muss Cloud-ERP für deutsche Mittelständler erfüllen?
Beim Thema Datenschutzanforderungen steht die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) [2] im Fokus. Unternehmen müssen die Vorschriften präzise einhalten, ansonsten drohen empfindliche Geldbußen. Es sind personenbezogene Daten betroffen, wie etwa Namen, Kontoinformationen und Adressen. Solche Informationen sind in ERP-Systemen in der Regel gespeichert. Bei der Integration neuer Software gilt es zu prüfen, ob die Systeme alle Anforderungen ausreichend erfüllen. Dieser Punkt beeinflusst somit auch die Entscheidung zwischen Cloud-ERP vs. On-Premises-ERP.
Egal ob in der Cloud oder On-Premises, Unternehmen müssen sicherstellen, dass die Software die Vorgaben der DSGVO erfüllt. So dürfen personenbezogene Daten nicht ohne Einwilligung an Dritte gelangen. Wichtig ist dabei der Ort der Speicherung. Grundsätzlich darf die Speicherung von Daten außerhalb der EU erfolgen. Jedoch sind Sie dann in der Verantwortung, dass auch dort die Vorgaben der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung eingehalten sind.
Sicherheit – welche Unterschiede bestehen bei On-Premises vs. Cloud?
Gerade bei kritischen und personenbezogenen Daten zeigen sich zwischen Cloud und On-Premises große Sicherheitsunterschiede.
Dies beginnt mit einem Vergleich der Datensicherheit im System. Hier hängen die Unterschiede vor allem von der konkreten Lösung ab und nicht von der Cloud oder einem On-Premises-Konzept. Wichtig sind Faktoren wie eine Datenverschlüsselung und automatische Back-ups. Bei Cloud-Anbietern gilt es, diese Punkte zu prüfen.
Die Ausfallsicherheit ist wichtig für unternehmenskritische Prozesse. On-Premises liegt es in der eigenen Verantwortung, ein Konzept zu erstellen. Ein Identitäts- und Zugriffsmanagement schützt die Daten auf mehreren Ebenen. Das ermöglicht es, individuelle Sicherheitsstufen einzurichten.
Zudem ist die physische Datensicherheit wichtig und erhält oftmals zu wenig Aufmerksamkeit. Dies betrifft alle Zugriffe durch Personen direkt auf die Systeme. Betreiben Sie eigene Server, ist es wichtig, dass der Raum entsprechend geschützt und kontrolliert ist. In Rechenzentren von Cloud-Betreibern gibt es Zugangskontrollen durch Wachpersonal sowie mehrstufige Sicherheitsbarrieren, beispielsweise mit einem System, das auf Chipkarten basiert.
Schritt für Schritt zur richtigen ERP-Lösung
Unternehmen durchlaufen grundsätzlich einen Prozess, wenn es darum geht, eine neue Software für eine bestimmte Aufgabe auszuwählen. Bei der Entscheidung zwischen Cloud-ERP oder On-Premises-ERP sieht ein solcher Prozess beispielsweise so aus:
-
Anforderungen definieren
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Vorteile On-Premise vs. Cloud abwägen
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Konkrete Lösungen auf die Shortlist setzen
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Überprüfung, ob alle benötigten Funktionen vorhanden sind
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Kontrolle, ob die DSGVO und eigene Compliance-Regeln eingehalten sind
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Kostenvergleich und finale Entscheidung
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In der Praxis zeigt sich, dass gerade mittelständische Unternehmen ab etwa 50 Mitarbeitenden von Hybrid-Lösungen profitieren. So stehen flexible, leistungsfähige und moderne IT-Lösungen mit minimaler Kapitalbindung zur Verfügung. Die Erfahrung belegt, dass ein hybrides Cloud-ERP vor allem dort optimale Ergebnisse liefert, wo individuelle Prozesse eine maßgeschneiderte Lösung erfordern.
Der hybride Ansatz bietet die Möglichkeit, Cloud-Innovationen zu nutzen, ohne die Kontrolle über unternehmenskritische Prozesse aufzugeben. Entscheidend ist eine sorgfältige Planung: Analysieren Sie, welche Anwendungen in die Cloud passen und setzen Sie den Wechsel Schritt für Schritt um.
[1] Eurostat – Cloud Computing - Statistiken über die Nutzung durch Unternehmen – https://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php?title=Cloud_computing_-_statistics_on_the_use_by_enterprises&action=statexp-seat&lang=de
[2] Datenschutz im Rahmen der Datenschutz-Grundverordnung – https://europa.eu/youreurope/business/dealing-with-customers/data-protection/data-protection-gdpr/index_de.htm
Jouni Frommann
Jouni Frommann ist Fachinformatiker für Systemintegration mit langjähriger praktischer Erfahrung in der Datenbankverwaltung von ERP-Systemen. Außerdem bringt er Know-how in Webentwicklung und modernen KI-Tools mit. Begeistert von neuen Technologien, die den Arbeitsalltag effizienter und smarter machen, ist er seit 15 Jahren als Fachautor im IT-Bereich tätig und stets darauf bedacht, komplexe Themen verständlich und praxisnah aufzubereiten.
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MICHAEL LUDES
Vice President Presales Proalpha