Ziehl-Abegg SE

Globalisieren statt exportieren

Die 1910 von Emil Ziehl in Berlin gegründete und nach wie vor im Familienbesitz befindliche Ziehl-Abegg Elektrizitätsgesellschaft wurde 1949 in Künzelsau neu aufgebaut und sukzessive auf die drei Produktgruppen Luft-, Antriebs- und Regeltechnik ausgerichtet. Hauptabnehmergruppen finden sich in der Aufzugstechnik, Landwirtschaft, Medizin-, Reinraum- und Lüftungstechnik, in der Bahn- und Fahrzeugtechnik sowie bei regenerativen Energien und Spezialanwendungen. Ziehl-Abegg ist in den vergangenen 15 Jahren stark gewachsen. Die Organisation wurde dabei beständig verändert und weiterentwickelt. Der Produzent von Ventilatoren und Antriebsmotoren ist proALPHA Anwender der ersten Stunde.

Ziehl-Abegg hat sich in seiner über 100-jährigen Historie zu einer Unternehmensgruppe mit einer Vielzahl internationaler Niederlassungen und Produktionsstätten entwickelt. Aktuell wird an insgesamt acht Standorten produziert. Darüber hinaus gibt es über 30 Vertriebszweigstellen weltweit.

Mit der Einführung einer integrierten ERP-Lösung hatte sich Ziehl-Abegg bereits zu Anfang der 90er-Jahre intensiv auseinandergesetzt und sich für die damals noch junge Software proALPHA entschieden. Die Konzeption eines völlig neu entwickelten Systems ohne Altlasten, basierend auf modernen Standardtechnologien, überzeugte.

Zentrale Verwaltung für schlanke Prozesse

Die gesamte Installation – mit Ausnahme des ungarischen Werks – ist zentral am Unternehmenssitz der Ziehl-Abegg in Künzelsau eingerichtet. Dort findet ein Großteil der Stammdatenpflege statt. An die Landesgesellschaften werden die relevanten Daten über definierte Regeln per Intercompany-Modul repliziert.

Das Gesamtsystem bleibt sinnvoll administrierbar, es ergeben sich keine Zeitzonen- oder Sprachprobleme. Weiterhin müssen nicht alle Module für alle Länder lizenziert werden und unterschiedliche proALPHA Versionen können unkompliziert nebeneinander laufen. Ein schrittweiser Umstieg auf neue Releases ist damit möglich, was Prozesse deutlich vereinfacht.

Das 2014 eröffnete neue Werk der Ziehl-Abegg Automotive GmbH wurde jedoch zunächst als Mandant angelegt. Denkbar ist auch, internationale Werke in geografisch und sprachlich ähnlichen Ausprägungen als Mandanten zu betreiben. „Ich sehe in diesen separaten und flexiblen proALPHA Installationen erheblich mehr Vor- als Nachteile“, erklärt Alfred Göttel, IT-Leiter der Ziehl-Abegg SE.

Branche: Maschinen- & Anlagenbau

Standorte: Deutschland, China, Ungarn

Produkte: Ventilatoren, Generatoren, Antriebstechnik, Regeltechnik

Umsatz: 388 Mio. Euro (2013)

Mitarbeiter: 3.100

www.ziehl-abegg.com

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Highlights

  • Abbildung der Unternehmensgruppe mit int. Standorten und unterschiedlicher Integrationstiefe
  • Anbindung unterschiedlicher Systeme und Informationsquellen von Kunden- und Zuliefererseite
  • Hohe Effizienz durch den proALPHA Produktkonfigurator in der kommissionsbezogenen Produktion
  • Automatisierung von Prozessen dank Einführung des systemweiten WorkflowManagements
  • Planung und Optimierung von über 400 Produktionsressourcen und rund 30.000 parallelen Produktionsaufträgen

Mit Intercompany-Funktionen Internationalität managen

Über die Intercompany-Funktionen ist bei Ziehl-Abegg eine Fülle administrativer Abläufe zwischen den Landesgesellschaften automatisiert. Typisches Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit mit der Landesgesellschaft Niederlande, einer reinen Vertriebsorganisation.

Die Landesgesellschaft legt eine Bestellung in proALPHA an, die ohne weitere manuelle Eingriffe über die Intercompany-Funktion im Werk Künzelsau einen Produktionsauftrag generiert. Die automatisierte Prozesskette überträgt anschließend Lieferschein und Rechnung in die niederländische Gesellschaft zurück. Die Abläufe sind fehlerfrei, zeitgerecht, in den Ländern entsprechend den fiskalischen und gesetzlichen Regelungen organisiert und mit extrem wenig Aufwand verbunden.

Produktkonfigurator: In zehn Minuten zur neuen Variante

Der Produktkonfigurator arbeitet mit allen Stammdaten aus proALPHA und bildet die Visualisierung über das CAD-System ProEngineer ab. Zunächst wurde er für den Bereich Radialventilatoren installiert. Die Produkte sind als komplett bemaßte, parametrisierte Baugruppen mit den Stücklisten im System angelegt. Einen wesentlichen Vorteil sieht Ziehl-Abegg in der Stammdatenanlage und -pflege: Wird beispielsweise für eine Baureihe der Radialventilatoren ein zusätzlicher Motor in das Lieferprogramm mit aufgenommen, muss nun nicht mehr in der gesamten Baureihe jede Variante manuell als neues Produkt angelegt werden.

Bei einer nicht systemgestützten Netto-Arbeitszeit von rund drei Stunden und einer Durchlaufzeit in der Administration von bis zu drei Wochen wird der Aufwand für bis zu 200 Ventilatoren schnell klar. „Mit Einsatz des Produktkonfigurators lassen sich aus den jeweiligen Parametern die möglichen Varianten – einschließlich des automatisierten Anlegens aller Stammdaten und Stücklisten – erzeugen und präsentieren. Und das in weniger als zehn Minuten. Demnächst wird auch unser Vertrieb das System nutzen, um schneller und sicherer kundenindividuelle Produkte zu konfigurieren“, gibt Alfred Göttel die nächste Stufe vor.

„Wichtig war uns, dass mit jeder Gründung einer Gesellschaft Abwicklung und Logistikbereich in proALPHA sicher liefen, um sofort ausreichende Transparenz über den Standort zu haben.“

Alfred Göttel, IT-Leiter der Ziehl-Abegg SE

Effizienz in der Produktion dank APS

Schon früh hat sich das Unternehmen mit der Optimierung der Produktionsplanung beschäftigt und sich vom alten MRP-Planungsverfahren abgewandt. Bei etwa 270.000 Produktionsaufträgen pro Jahr, davon durchschnittlich 30.000 in der Überwachung, gilt es, den Überblick zu behalten und jede Optimierungsmöglichkeit zu nutzen. Heute ist das Planungsmodul proALPHA APS für die Optimierung der über 400 Produktionsressourcen im Einsatz. Damit wurden vor allem die Zeitpuffer in der Produktion beseitigt. Das senkt zum einen die Umlaufbestände erheblich und schafft Platz in der Produktion, verkürzt aber zum anderen auch die Gesamtdurchlaufzeiten. Die Liefertermintreue ist deutlich gestiegen.

Eingangsrechnungen automatisch prüfen

Rund 80.000 Eingangsrechnungen mit durchschnittlich zwei Positionen muss Ziehl-Abegg jährlich sichten, prüfen, verbuchen und ablegen. Diese werden gescannt und durchlaufen anschließend einen „Verifier“, der die Rechnungsdaten automatisiert ausliest, auf Vollständigkeit der gesetzlich geforderten Angaben prüft und gegen die Bestelldaten in proALPHA abgleicht. Stimmen die ausgelesenen Informationen mit den Bestell- und Wareneingangsdaten überein, wird die Rechnung direkt gebucht und die Zahlung entsprechend den Zahlungszielen ausgelöst.

Ein hoher Anteil von inzwischen gut 60 Prozent der Eingangsrechnungen kann heute vollautomatisiert bearbeitet werden. Der Rest wird durch einen schlanken automatisierten Workflow von Sachbearbeitern manuell bearbeitet. Die Archivierung der Rechnungen und aller zugehörigen Dokumente erfolgt über das proALPHA DMS. Durch diese enorme Effizienzsteigerung konnte Ziehl-Abegg ein hohes Einsparpotenzial realisieren.

Die Installation lebt

Bereits heute nutzt Ziehl-Abegg weltweit mehr als 650 proALPHA Lizenzen und betreibt nach wie vor ehrgeizige Wachstums- und Optimierungspläne. Gerade die immer enger werdende Anbindung von Zulieferern und Kunden spielt bei der Optimierung der Mengen- und Werteflüsse eine zentrale Rolle. Diese Verbindungen lassen sich mit proALPHA optimal umsetzen. „Die Softwarearchitektur der proALPHA Version 5.2 hat erhebliche zusätzliche Flexibilität geschaffen, um externe, heterogene Systeme bei Zulieferern und Kunden, aber auch im eigenen Haus einfacher anzubinden“, resümiert Alfred Göttel.

Die Zahlen sprechen für proALPHA

Hinter einer hervorragenden ERP-Branchenlösung steht ein starkes Unternehmen: Die proALPHA Gruppe überzeugt durch Innovationskraft, Anwender­zufriedenheit und Kundennähe – in Deutschland und weltweit.

proALPHA Facts & Figures