Gebr. Pfeiffer SE

Viel hineingesteckt, viel herausbekommen

Seit der Gründung im Jahre 1864 ist die Gebr. Pfeiffer SE stets maßgeblich an der Entwicklung der modernen Aufbereitungstechnik in den Bereichen Mahlen, Sichten, Trocknen, Löschen und Kalzinieren beteiligt. Mühlen, Mahlwerke, Trockner und Löschmaschinen des Unternehmens werden von Kunden aus der verarbeitenden Industrie weltweit eingesetzt. Dem vorrangigen Ziel der Erarbeitung innovativer, kundenspezifischer Problem- und Systemlösungen bleibt der Maschinenbauer auch in einer sich schnell verändernden Umwelt verpflichtet. Bausteine des Erfolgs sind eine breite Produktpalette, ein modernes Technikum, großzügige Konstruktions- und Entwicklungskapazitäten, eigene Produktionsstätten mit hoher Fertigungstiefe und umfangreiche Erfahrungen. Um auch alle internen Abläufe stets im Blick zu behalten, setzt Gebr. Pfeiffer auf die ERP-Komplettlösung proALPHA.

Die Gebr. Pfeiffer SE entwickelt und fertigt technische Mühlen und Anlagen zur Herstellung von Zement, Kalk, Gips und Keramik – spezialisiert auf die Auftragsfertigung samt Baustellen-Montage. Die Mühlen können durchaus ein Gewicht von bis zu 100 Tonnen erreichen, sodass eine präzise Planung aller Aufträge und Abläufe unumgänglich ist. Ein Umsatzsprung aufgrund der anziehenden Konjunktur im Jahr 2010 mit einem einhergehenden Anstieg von Verkaufs- und Mitarbeiterzahlen sowie des Fremdfertigungsanteils ließ die Frage nach einem standardisierten ERP-Komplettsystem aufkommen. Das IT-Kernsystem war zu jenem Zeitpunkt über 15 Jahre alt. Hinzu kamen zahlreiche Insellösungen. Die eingeschränkte Funktionalität und die Menge an doppelt erfassten Daten machten dem Unternehmen „das Leben schwer“. Der Auftragsfertiger fasste den Entschluss, proALPHA einzuführen und damit seine heterogene IT-Landschaft abzulösen. Es begann ein Projekt zwischen Standard und Erweiterungen, das in vielerlei Hinsicht als speziell zu bezeichnen ist.

Branche: Maschinen- & Anlagenbau

Standorte: Deutschland, USA, Indien, China, Vereinigte Arabische Emirate

Produkte: Technische Mühlen und Anlagen für die Rohstoffverarbeitung

Umsatz: 100 Mio. Euro (2014)

Mitarbeiter: 450

www.gebr-pfeiffer.com

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Highlights

  • Eliminierung einer heterogenen IT-Landschaft mit vielen Insellösungen durch ein integriertes ERP-System
  • Vertretbare Aufwände für die Umstellung durch fließende Software-Implementierung im laufenden Betrieb
  • Durchgängige Abbildung von gestaffelten Auftragsfreigaben, langen Projektlaufzeiten sowie wachsenden Stücklisten
  • Transparenz im Service- und Ersatzteilmanagement dank elektronischer Produktakten
  • Schnelle, papierlose und präzise Dokumentenzustellung in Lager- und Auftragsverwaltung mittels Verteilergruppen

„Schiffsladungen“ koordinieren und Abläufe automatisieren

Mit proALPHA deckt das Unternehmen seine zum Teil sehr individuellen Anforderungen wie gestaffelte Auftragsfreigaben, lange Projektlaufzeiten mit gleichzeitig hohem Entwicklungs- und Konstruktionsaufwand, wachsende Stücklisten und die Fremd- und Lokalfertigung optimal ab. Dazu zählt auch, dass die Vertriebsaufträge oft nicht mit dem logistischen Umfang der Auslieferungen identisch sind. So enthält ein Auftrag in der Regel nur eine Position, nämlich die Anlage. Bei der Lieferung hingegen rollen dann bis zu 150 Teile in unterschiedlicher Form und Größe vom Hof. Eine derartige Lieferung muss auch passend verbucht werden können. Das Unternehmen profitiert ebenfalls von den in proALPHA hinterlegten Ereignissen und Workflows. Früher wurde der Auftrag zwar im System angelegt, danach allerdings ausgedruckt, kopiert und über die Hauspost verteilt. Heute sorgen Verteilergruppen für eine schnelle Zustellung der Aufträge.

Fließender Übergang

„Das Projekt war eine echte Herausforderung“, berichtet IT-Leiter Wolfgang Fuhr. Aufgrund zahlreicher Funktionserweiterungen – einige davon notwendig, andere eher „Luxus“, wie er selbst sagt – verzögerte sich der Zeitplan. „Wir haben die Komplexität der Funktionserweiterungen unterschätzt.“ Der Personalaufwand überschritt die ursprüngliche Planung. „Für ein normales Projekt hätte dieser ausgereicht“, sagt Fuhr, „in unserem speziellen Fall nicht.“ So wurde aus der geplanten Big-Bang-Einführung mit der Abschaltung des Altsystems, der Übernahme aller Bestandswerte und Produktionsaufträge und dem Austausch sämtlicher Arbeitspapiere eine Umsetzung mit „fließendem“ Übergang: Neue Aufträge sowie Bestände wurden in proALPHA angelegt, bestehende Aufträge parallel über das Altsystem abgewickelt.

Aktuelle Stamm- und Bewegungsdaten

Besonders die Transparenz im Unternehmen hat sich durch proALPHA erhöht. Zum einen deshalb, weil Finanz- und Anlagenbuchhaltung nun in einem System vorliegen sowie Zahlungspläne und Faktura ebenfalls komplett systemgestützt laufen. Zum anderen sind alle kaufmännischen und logistischen Abläufe eins zu eins nachvollziehbar. So erfolgt beispielsweise im Neumaschinengeschäft eine Trennung in einen logistischen und einen kaufmännischen Auftrag. Pro Mahlanlage wird dabei ein logistischer Auftrag erfasst. Der kaufmännische Auftrag enthält den Gesamtpreis der Anlage samt Zahlungsplan und Informationen zum Akkreditiv. Als eine Besonderheit lässt sich dabei das Kennwort „vererben“ – aus einem Vertriebsprojekt in ein Angebot und danach in Auftrag, Kommission, Kostenträger bis hin zum Kolli (kleinste Einheit einer Warensendung). Dies hilft, Aufträge zu benennen und zu identifizieren.

 

„Die Einzelteile zu einem Auftrag entsprechen bei uns oft einer halben Schiffsladung. So eine Lieferung müssen Sie erst einmal zum Auftrag passend verbuchen können.“

Wolfgang Fuhr, IT-Leiter, Gebr. Pfeiffer SE

Wachsende Stücklisten

Nach Auftragsfreigabe arbeitet Gebr. Pfeiffer mit drei Arten von Stücklisten: einer auftragsneutralen Standardstückliste sowie jeweils auftragsbezogenen Listen für Konstruktions- und Produktionsaufträge. Während der Konstruktionsauftrag die kompletten Stücklisten enthält und die Grundlage für Ersatzteillisten bildet, birgt der Produktionsauftrag nur Listen für die Eigenfertigung und gliedert die Positionen in versandfähige Einheiten. Die Stückliste des Unternehmens wächst dabei von unten nach oben. Bei Konstruktionsaufträgen lassen sich durch den Befehl „Stückliste umhängen“ beispielsweise Baugruppen an die richtige Stelle in der Stücklistenstruktur bringen.

Kommissionsplatz als zentraler Ort

In Logistik und Kommission zeichnet sich das gleiche Bild ab. Auch dort läuft die komplette Abwicklung über proALPHA. Bis auf die kleinste zu etikettierende Packeinheit lässt sich alles darstellen und abrufen. Zentrales Werkzeug hierfür ist der sogenannte Kommissionsplatz. Dieser sammelt alle zu versendenden Teile und Baugruppen. Er ist nach Kommissionsnummern und insgesamt in 18 Bereiche strukturiert, die sich durch verschiedene Arbeitsvorräte unterscheiden. Auch er wurde speziell für das Unternehmen entwickelt.

Produktakte – Abbild der gesamten Historie

Mehr Transparenz wollte Gebr. Pfeiffer auch im Service und Ersatzteilmanagement. Maßgebend hierfür ist die Produktakte. Diese ist ein Abbild des jeweiligen aktuellen Zustandes einer Anlage sowie auch über deren Historie. Sie wird auf Basis eines Konstruktionsauftrags erstellt. Werden Teile ersetzt oder gewartet, findet dies über entsprechende Ersatzteil- und Serviceaufträge Niederschlag in der Produktakte.

Der Aufwand hat sich gelohnt

„Wir haben viel investiert, aber auch viel gewonnen“, bilanziert Fuhr. Nahezu alle Erfordernisse sind umgesetzt. Die Prozesse bei Gebr. Pfeiffer laufen schneller und sind transparent. Derzeit prüft das Unternehmen weitere Einsatzmöglichkeiten der Feinplanung Advanced Planning and Scheduling (APS), um zukünftig noch genauere Aussagen zu Lieferterminen treffen zu können.

Die Zahlen sprechen für proALPHA

Hinter einer hervorragenden ERP-Branchenlösung steht ein starkes Unternehmen: Die proALPHA Gruppe überzeugt durch Innovationskraft, Anwender­zufriedenheit und Kundennähe – in Deutschland und weltweit.

proALPHA Facts & Figures