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Pressemeldung - 30.09.16

Prozesszeiten: die Lücken schließen

Erst eine Auftragsverfolgung in Echtzeit ermöglicht eine zuverlässige Fertigungsplanung

Die Dauer einzelner Bearbeitungsschritte in der Fertigung ist fixer Bestandteil jeder Produktionsplanung. Weitgehend vernachlässigt werden die Warte- und Transportzeiten vor den jeweiligen Bearbeitungsstationen. Gerade diese Zeiten sind aber ein wesentlicher Faktor, um genau planen und Produktionsabläufe besser steuern zu können.

Wer heute von A nach B will, nutzt häufig ein Navigationsprogramm, nicht selten Google Maps. Diese Programme liefern relativ zuverlässig die voraussichtliche Fahrzeit, nicht aber die genau Ankunftszeit. Präzise planen kann man damit nicht. Denn der Tank-Stopp zwischendrin und die nötigen Ruhepausen berücksichtigen die Navis nicht.

Ähnlich verhält es sich heute in der Fertigungsplanung. Viele Unternehmen planen ausschließlich mit der Bearbeitungsdauer. Auf die Messung von Transport- und Wartezeiten verzichten sie, weil die Erfassung bislang aufwändig und kostenintensiv war. Das ist kein Fehler, aber ungenau. Moderne Sensoren und Ortungssysteme schließen nun diese Lücke. Denn sie verfolgen die Position eines Auftrags in Echtzeit durch die Produktion – und messen auch die Zeiten, die zwischen den Bearbeitungsstationen anfallen. Aus der Verbindung eines solchen Real-Time-Location-Systems (RTLS) mit einem ERP-System entsteht eine Steuerzentrale, die automatisiert Abläufe aus Logistik und Fertigung integriert.

Logistik, auf die Sekunde genau

Wer präzise planen will, muss genau messen. Was man dabei als "genau" versteht, variiert von Prozess zu Prozess. So kann eine Positionserfassung einmal pro Viertelstunde oder jede Zehntelsekunde erforderlich sein. Das Prinzip ist dabei immer das gleiche: Der gesamte Arbeitsbereich wird mittels RTLS-Sensoren überwacht. Um Montagewagen oder Ladungsträgern zu lokalisieren, wird dieser Raum weiter untergliedert, etwa in Bereitstellungs- und Arbeitsflächen und in Wartezonen. Mittels RTLS-Tags lässt sich die Position der Objekte präzise bestimmen – bis auf 10 cm genau. Bewegt sich ein Produkt in einen Bereich hinein oder verlässt ihn wieder, löst das System Eintritts- und Austrittsereignisse aus, wie etwa: Material wurde bereitgestellt, Bearbeitung gestartet, Bearbeitung beendet. Das System stellt also eine Vielzahl zusätzlicher Zustandsdaten bereit.

Steuerzentrale ERP

Wirtschaftlich sinnvoll wird ein solches System aber erst, wenn aus der Menge erfasster Daten aussagekräftige Informationen werden. Das ERP-System fungiert hier nicht nur als "Übersetzer", es stößt auch weitere Aktionen an. Bewegt sich beispielsweise ein Objekt von einer Zone in die nächste, wird nicht nur eine Rückmeldung hinterlegt. proALPHA erstellt auf dieser Basis ebenfalls automatisiert Transportaufträge, ohne dass ein Mitarbeiter aktiv eine Buchung im ERP-System vornimmt. Auch Verzögerungen im Ablauf werden dank der Echtzeit-Ortung sofort erkannt. Mitarbeiter können damit schneller reagieren, Prozesse laufen stabiler ab. Die Automatische Datenübertragung hilft zudem, Eingabefehler zu vermeiden. Dadurch wird weniger Nacharbeit nötig. Außerdem entfallen manuelle Tätigkeiten, etwa das Scannen von Barcodes. Weil Mitarbeiter auf Bildschirmen in Echtzeit verfolgen, wo genau ein Objekt steht, gehören lange Suchzeiten nach versehentlich falsch abgestellten Objekten der Vergangenheit an. Das Ergebnis: Durchlaufzeiten werden kürzer, die Produktivität steigt.

Neben den operativen Abläufen bietet die Auftragsverfolgung in Echtzeit auch die Chance, Optimierungspotenziale zu heben. Schwachstellen entlang der Wertschöpfungskette lassen sich viel schneller aufspüren und beseitigen, auch innerbetriebliche Transportwege beziehungsweise Lagerplätze werden so optimiert.

Ortungssystem zum Ausprobieren

Auf der Messe IT & Business 2016 in Stuttgart zeigen das Center Enterprise Resource Planning (CERP) und proALPHA , mit welch hohem Detailgrad die Erfassung heute schon funktioniert. Auf dem Stand von proALPHA bewegen Messebesucher einen Auftrag entlang einer einfachen, simulierten Montagelinie. Diese ist gegliedert in Vormontage und Endmontage. Vor jeder dieser Arbeitsstationen befindet sich ein Warteraum. Auf zwei Monitoren verfolgen Messebesucher ihren Auftrag durch die am Stand simulierte Fabrikhalle. Ein Bildschirm bildet den Status des Auftrags im ERP-System ab. Ein zweiter Monitor zeigt, wo sich der Montagewagen im Moment befindet.

CERP und proALPHA legen damit nur eines von vielen Praxisbeispielen vor, wie aus Industrie 4.0 Wettbewerbsvorteile entstehen können. Dieses Szenario verdeutlicht, wie Industrie 4.0-Technologien helfen, auf Kundenwünsche flexibler einzugehen – weil Produktionsleiter präziser planen können. So mancher Vielfahrer würde sich so viel vorausschauende Präzision auch von seinem Navi wünschen.

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