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FachinformationIndustrie 4.0 - 21.12.16

VDMA-Studie: Industrie 4.0 bietet mehr Chancen als Risiken

Wie bereit und fähig sind Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, Industrie 4.0-Konzepte umzusetzen? Dieser Frage ging der VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.) mit seiner Studie „Industrie 4.0-Readiness“ nach.

Die VDMA-Studie [1] unterstreicht: Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau sieht in Industrie 4.0 deutlich mehr Chancen als Risiken. Zumal klar ist: Diese Branche wird nicht nur Anwender von Industrie 4.0-Konzepten sein, sondern auch Anbieter. Daher ist es für Maschinen- und Anlagenbauer besonders wichtig, sich frühzeitig damit auseinanderzusetzen.

Mit Industrie 4.0 im Wettbewerb differenzieren

Laut der VDMA-Studie beschäftigt sich mehr als jedes fünfte Maschinen- und Anlagenbauunternehmen intensiv mit Industrie 4.0. Von diesen sehen neun von zehn in Industrie 4.0 die Möglichkeit, sich am Markt zu differenzieren. 76,2 Prozent geben zudem an, dass es zum Selbstverständnis von Technologieführern gehört, sich mit diesem Thema zu befassen.

Bei gut drei von vier der befragten Unternehmen steht Industrie 4.0 auf der Agenda, weil die Marktentwicklungen und der Wettbewerbsdruck dies erfordern. Aus ihrer Sicht würden traditionelle Konzepte nicht ausreichen, um dem Wettbewerbsdruck standzuhalten.

Mehr Effizienz und Umsatz

Mehr als sechs von zehn Unternehmen setzen mit Industrie 4.0-Anwendungen darauf, die Effizienz ihres Produktionssystems zu erhöhen. Etwa derselbe Anteil rechnet mit Umsatzsteigerungen. Das Potenzial dafür liegt in neuen Geschäftsmodellen durch erweiterte Produkt- bzw. Dienstleistungsportfolios oder eine höhere Kundenbindung.

Dabei zeigt sich: Höhere Umsätze sind für kleine Unternehmen (20 bis 99 Mitarbeiter) das wichtigste Ziel. Mittelständische Firmen (100 bis 499 Mitarbeiter) setzen primär auf Effizienzsteigerungen im Produktionssystem. Große Unternehmen (ab 500 Mitarbeiter) gewichten beide Ziele gleich stark.

Industrie 4.0 braucht Partner entlang der Wertschöpfungskette

Allerdings: Die Mehrheit (76,5%) hat bislang noch keine systematischen Schritte zur Umsetzung unternommen und zählt zu den Neulingen in der Industrie 4.0-Anwendung. Als Pioniere gelten 5,6 Prozent, 17,9 Prozent der Unternehmen sind Einsteiger.

Wenig überraschend ist, dass große Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus bei der Einführung von Industrie 4.0 weiter sind als kleine und mittelständische Unternehmen (KMU). Denn – so die Autoren der VDMA-Studie – es ist für ein Unternehmen alleine kaum möglich, unabhängig von Partnern einen höheren Grad an „Industrie 4.0-Readiness“ zu erreichen. Dafür müssen alle Akteure entlang der Wertschöpfungskette entsprechende Konzepte implementiert haben und in einem digitalen Netzwerk interagieren.

Mittelständische Führungskräfte motivieren Mitarbeiter besser

Entscheidend für die Umsetzung von Industrie 4.0 ist aus Sicht des VDMA die Vordenkerrolle der Unternehmensleitung. Insbesondere Führungskräfte im Mittelstand zeichnen sich hier durch persönliches Vorleben aus und können Mitarbeiter für Industrie 4.0 und innovatives Handeln besser begeistern und dauerhafter motivieren. Die Empfehlung an KMUs lautet, sich das Thema über Pilotinitiativen zu erschließen.

Nach den Ergebnissen der VDMA-Studie verfügen rund 60 Prozent der KMUs bereits über eine umfassende Strategie für Industrie 4.0 oder arbeiten daran. Bei Unternehmen ab 500 Mitarbeiter liegt der Anteil bei rund 80 Prozent. Der wirtschaftliche Nutzen von Industrie 4.0 steht – sobald sich Unternehmen intensiver damit beschäftigen – außer Frage. Doch um das Thema weiter voranzutreiben, ist die Finanzierungsfrage ein Hemmnis, das von den Industrie 4.0-Pionieren als größer eingeschätzt wird als Aspekte wie fehlende Standards, IT-Sicherheit oder Rechtsfragen.

Mittelstand setzt auf Datenspeicher in der Cloud

Gegenüber KMUs setzen große Unternehmen für Industrie 4.0-Aktivitäten im Schnitt etwas stärker auf Software aus der Cloud und die Nutzung der Cloud zur Datenauswertung. Doch im Bereich der Cloud-Datenspeicherung sind KMUs aktiver. Weniger administrativer Aufwand, geringere Beschaffungskosten von Hardware sowie mehr Flexibilität hinsichtlich Verfügbarkeit und Speicherkapazität scheinen für sie besonders attraktiv.

Ein Viertel der Maschinen- und Anlagenbauer gilt als fortgeschritten

Insgesamt stehen die meisten Unternehmen im deutschen Maschinen- und Anlagenbau bei der Realisierung von Industrie 4.0 noch am Anfang. Doch immerhin erreicht fast ein Viertel der Unternehmen mindestens die Readiness-Stufe 2 und gilt damit als „Fortgeschrittener“. Im gesamten verarbeitenden Gewerbe liegt dieser Anteil erst bei 11 Prozent, so der VDMA. Das zeigt deutlich die Aufgeschlossenheit des Maschinen- und Anlagenbaus für das Thema Industrie 4.0.

Dennoch – die Handlungsfelder in den sechs Industrie 4.0-Dimensionen Strategie und Organisation, Smart Factory, Smart Operations, Smart Products, Data-driven Services und Mitarbeiter sind vielfältig. Beispielsweise empfiehlt der VDMA den Pionieren im Bereich Smart Products die Vernetzung mit Kunden für produktbegleitende Dienstleistungen, um die Qualität des After-Sales- und Servicegeschäfts zu steigern. Daraus lässt sich ein Geschäftsmodell mit klaren Zielsetzungen, Zuständigkeiten und Prozessen erarbeiten. Vor allem mittelständische Unternehmen haben so die Möglichkeit, ihre Profitabilität zu steigern.

Kooperation für Forschung und Praxis

Deutlich wird durch die VDMA-Studie aber auch: Industrie 4.0 erfordert die Zusammenarbeit unterschiedlicher Branchen und Akteure. Vor allem der Mittelstand profitiert von interdisziplinären Plattformen und Pilotanlagen, an denen industrietaugliche und wirtschaftlich tragfähige Lösungen für Industrie 4.0 erarbeitet werden. Daher engagiert sich proALPHA als Mitglied bei drei der führenden Industrie 4.0-Kooperationen [2] aus Forschung, produzierender Industrie und Software-Spezialisten: bei der SmartFactoryKL [3], der Smart Electronic Factory [4] und dem Center Enterprise Resource Planning (CERP) [5] auf dem RWTH Aachen Campus. Dort werden unter anderem ERP-Systeme in industriellen Produktionsumgebungen für den Industrie 4.0-Einsatz weiterentwickelt und evaluiert.

Ihr Ansprechpartner:
Andree Stachowski
andree.stachowski@proalpha.de
proALPHA Geschäftsführer & Chief Sales Officer

Weiterführende Links:

[1] http://www.impuls-stiftung.de/article/-/articleview/10153247
[2] http://www.proalpha.de/de/aktuelles/fachinformationen/fachinformationen-detailansicht/news/industrie-40-braucht-starke-partner-von-der-forschung-bis-zur-praxis.html
[3] http://www.smartfactory-kl.de
[4] http://www.smart-electronic-factory.de
[5] http://www.center-enterprise-resource-planning.de

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