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FachinformationIT & OrganisationProduktion & Konstruktion - 22.02.16

Prozessintegration mit der proALPHA Integration Workbench (INWB)

Über den Tellerrand geschaut

Die Zeiten, in denen Prozessoptimierung ausschließlich im Rahmen der eigenen Unternehmenssoftware stattfand, sind längst vorbei. Was heute zählt, ist der Gesamtprozess. Der beginnt ganz vorn in der Lieferkette und zieht sich durch mehrere Systeme bis hin zum Kunden. Mit der proALPHA Integration Workbench (INWB) lassen sich Arbeitsabläufe und Datenströme, unabhängig von Standorten und Systemen, miteinander verknüpfen. Die Vorteile: nahtlose, schnelle Prozesse sowie mehr Transparenz.

Wer als Erster mit einer Innovation auf dem Markt kommt, muss sich am Ende nicht zwangsläufig durchsetzen. Denn eine gute Idee allein ist noch keine Garantie für wirtschaftlichen Erfolg. Woran liegt das? Ganz sicher an Marktmacht und finanziellen Ressourcen. Aber auch an der Frage, wie die Idee in die Praxis konkret umgesetzt wird. Wem es gelingt, schneller, zuverlässiger, preiswerter und zu einer besseren Qualität zu liefern, gewinnt im Wettbewerb. Nicht umsonst ist Prozessoptimierung der Motivationsfaktor bei kostspieligen IT-Investitionen.

Rein in die Pantoffeln, raus aus den Pantoffeln

Prozesse sind eine ewige Baustelle: Sie haben nur solange Bestand, bis Verbesserungsvorschläge oder der technische Fortschritt effizientere Lösungswege eröffnen. Diese Entwicklung hat speziell in den letzten Jahren zunehmend an Fahrt gewonnen. Die Gründe hierfür sind vielfältig:

  • Die wachsende Globalisierung führt zu einer höheren Arbeitsteilung. Unternehmen spezialisieren sich und arbeiten innerhalb der Supply Chain enger mit Kunden, Partnern und Zulieferern zusammen.
  • Ausländische Märkte spielen in immer mehr Branchen eine immer größere Rolle.
  • Mittelständler sind international aktiv. Viele produzieren im Ausland – und vernetzen ihre Standorte.
  • Immer mehr Mitarbeiter arbeiten mobil und sind in bestehende Prozesse einzubinden.
  • Neue Technologien ebnen den Weg für einen höheren Automatisierungsgrad.

Umso wichtiger ist es, Prozesse auf eine flexible, zukunftsfähige Basis zu stellen. Doch oft laufen Prozesse über mehrere Applikationen und Standorte, sind Partner und Lieferanten zu integrieren. Genau an dieser Stelle kommt die proALPHA Integration Workbench (INWB) ins Spiel.

Was ist eigentlich die INWB?

Die INWB ist eine Integrationsplattform. Sie ist darauf ausgerichtet, unterschiedliche Anwendungen in gemeinsamen Prozessen verknüpfen und Systembrüche zu schließen. Die technische Basis hierfür ist der Enterprise Service Bus (ESB). Am besten lässt sich die INWB mit einem Gepäckband am Flughafen vergleichen: Nachrichten (Koffer) werden von einem System (Flugzeug) übernommen und an die Adressaten (Flugziele) weitergeleitet. Damit das funktioniert, verbinden Abzweigungen die verschiedenen Systeme wie die Gates eines Flughafens mit der INWB. Da sie im Stil einer serviceorientierten Architektur aufgebaut ist, sind die erforderlichen Schnittstellen sehr viel einfacher zu konfigurieren, als dies bei Eins-zu-eins-Verbindungen der Fall wäre. Hinzu kommt, dass mit der INWB zumindest auf einer Seite stets die gleiche Technologie zum Einsatz kommt, was Wartung und Pflege erheblich vereinfacht. Die INWB setzt dabei auf Standardformate wie etwa XML, die mittlerweile ohnehin von vielen Anwendungen unterstützt werden. Welche Systeme zu integrieren sind, spielt keine Rolle: Die INWB versteht sich mit Softwaresystemen ebenso gut wie mit Sensoren oder Maschinen.

In welchen Szenarien ist der Einsatz sinnvoll?

Tatsächlich sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt: Durch die serviceorientierte Struktur der INWB auf Basis des Sonic ESB, lassen sich durch bewährte Webservice- und Connector-Mechanismen neue Technologien, IT-Standorte oder Drittsysteme leichter integrieren, ohne Individualprogrammierungen und spezielle Schnittstellen.

Besonders häufig kommt die Integrationsplattform in folgenden Szenarien zum Zuge:

  • Drittsysteme: ERP-Systeme können viel, aber nicht alles. Viele Mittelständler setzen deshalb zusätzlich Spezialsysteme ein – etwa für Lagerverwaltung, Versand oder Qualitätssicherung. Mit der INWB lassen sich angrenzende Technologien lückenlos integrieren, sodass Systembrüche entfallen.
  • Prozessintegration: Die wenigsten Unternehmen fertigen komplett in Eigenregie. Die Spezialisierung führt dazu, dass immer mehr Betriebe in vertikalen Lieferketten engagiert sind. Gelingt es, Systembrüche in unternehmensübergreifenden Prozessen zu beseitigen, führt das zu spürbaren Produktivitätsgewinnen. Die INWB ebnet den Weg, um mit Kunden, Partnern und Zulieferern enger zu kooperieren.
  • Internationalität: Im internationalen Umfeld kämpfen Unternehmen oft mit den lokalen Unterschieden, etwa mit Blick auf das Rechnungswesen. proALPHA ist vielen verschiedenen Landesversionen erhältlich, jedoch nicht in allen. Mithilfe der INWB lassen sich lokale Lösungen zum Rechnungswesen in bestehende proALPHA Prozesse einbinden. Hierzu gehört etwa die Finanzbuchhaltung 1C: Accounting, die in Russland einen Marktanteil von rund 90 Prozent hält.
  • Mobilität: Servicemitarbeiter, Vertriebler und Manager sind viel unterwegs – und bewegen sich dabei oft außerhalb der Geschäftsprozesse. Mithilfe der INWB können sich Geschäftsreisende mobil informieren und neue Informationen zeitnah an Kollegen und Mitarbeitern weiterreichen.
  • Intercompany-Prozesse: Mithilfe der INWB lassen sich unterschiedliche proALPHA Installationen an verschiedenen Standorten verknüpfen. Gleiches gilt für einzelne Mandanten innerhalb einer Instanz. Über die Verbindung können dann beispielsweise Artikel, Stücklisten, Kunden- oder Lieferantendaten ausgetauscht werden. Auf gleiche Weise entstehen mandanten- oder standortübergreifende Prozesse, in deren Rahmen sich Belege wie etwa Lieferavise, Abrufe, Bestellungen oder Rechnungen elektronisch versenden lassen.
  • Konzernkonsolidierung: proALPHA hat einige Konsolidierungsfunktionen an Bord, deckt jedoch nicht das gesamte Spektrum ab. Der Einsatz spezieller Konsolidierungslösungen ist daher in bestimmten Szenarien sinnvoll. Über die INWB lässt sich proALPHA mit Anwendungen wie etwa LucaNet verknüpfen. Der Vorteil: Die sonst oft aufwendige Datenbereitstellung wird vollständig automatisiert. Die Konsolidierungssoftware erhält praktisch in Echtzeit Zugriff auf die aktuellsten Geschäftszahlen.
  • Industrie 4.0: Das Konzept der smarten Fabrik basiert auf einer konsequenten Vernetzung von Maschinen, Sensoren, Produktionssystemen und Werkstücken. Hier übernimmt die INWB die Rolle des Datenjongleurs, der beispielsweise Produktionsvorgaben an die Maschinen oder sogar an die zu produzierenden Artikel übermittelt und analog umgekehrt Maschinendaten an das proALPHA Produktionsplanungs- und -steuerungsmodul  Advanced Planning and Scheduling (APS).

Wo liegen die Vorteile der INWB?

Der große Vorteil ist die unmittelbare Vernetzung von Mitarbeitern, Maschinen, Kunden und Lieferanten. Die Tatsache, dass die unterschiedlichsten Systeme direkt miteinander kommunizieren, birgt ein enormes Optimierungspotenzial:

  • Prozesse sind schneller und sicherer, manuelle Eingriffe sind nicht erforderlich.
  • Das höhere Automatisierungsniveau senkt die Prozesskosten.
  • Standardisierte Schnittstellen auf einer einheitlichen Plattform reduzieren die Kosten für Wartung und Pflege. Unternehmen sind dadurch in der Lage, neue Entitäten, Drittsysteme oder externe Partner ohne allzu großen Aufwand zu integrieren. Sie können auf diese Weise schneller auf neue Anforderungen reagieren.
  • Vernetzte Strukturen fördern die Flexibilität und eröffnen neues Wachstumspotenzial.
  • Wer in der Lage ist, sich in gemeinsame Prozesse zu integrieren, ist für Großunternehmen ein interessanter Partner.
  • Die hohe Sicherheit vernetzter Prozesse erleichtert Zertifizierungen.
  • Vernetzte Prozesse entlasten Mitarbeiter und schaffen Raum für Kreativität und strategisches Denken.

Vier Tipps zum vernetzten Unternehmen

So gelingt der Start mit der INWB

Die INWB ist keine Out-of-the-box-Lösung. Schließlich handelt es sich um Standardtechnologie, nicht um Standardsoftware. Individuelle Programmierung ist zwar nicht erforderlich, doch sind betriebsspezifische Anpassungen unvermeidlich. Im Rahmen der Konfiguration geschieht dies mithilfe von Parametern oder Zuordnungen. Für gängige Szenarien bietet proALPHA vordefinierte Templates an, mit denen sich der Einrichtungsaufwand erheblich reduzieren lässt.

Die folgenden Tipps helfen, das Projekt „INWB“ schnell und erfolgreich umzusetzen:

  • Planen Sie langfristig – Finden Sie heraus, welche Daten wann und wo benötigt werden.
  • Gehen Sie sorgfältig vor – Analysieren Sie die betreffenden Prozesse und Ihre IT-Landschaft, sodass Sie bei der Projektumsetzung gezielt vorgehen können.
  • Binden Sie Ihre Partner ein – Sind an unternehmensübergreifenden Prozessen mehrere Partner beteiligt, planen Sie längere Laufzeiten für Vorbereitung, Abstimmung und Umsetzung ein.
  • Sammeln Sie praktische Erfahrungen – Setzen Sie Ihre Integrationsstrategie sukzessive um. Arbeiten Sie zeitweilig im Parallellauf, um die Vernetzung ausgiebig zu testen.

Fazit

Die Zukunft effizienter Produktion liegt in der Prozessintegration. Gleichzeitig zählt das Thema zu den größten technischen Herausforderungen für IT und Fachabteilungen. Und das in einem Umfeld, in dem sich die Rahmenbedingungen jederzeit ändern können Mit der INWB  stellt proALPHA dem Mittelstand eine Plattform zur Verfügung, mit der sich komplette Prozesse über die Grenzen von Systemen und Unternehmen hinweg aufbauen lassen. Es ist dieses Stück Flexibilität, das Unternehmen in die Lage versetzt, ihre Prozesse weiter zu optimieren und neue Marktanforderungen schnell umzusetzen.

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