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FachinformationProduktion & KonstruktionGeschäftsleitungERP aus der CloudIndustrie 4.0 - 03.03.16

ERP im Mittelstand – was ist wirklich wichtig?

Innovator, Wirtschaftsmotor oder doch zögerlich und wenig investitionsfreudig? Der deutsche Mittelstand muss sich dieser Tage viel nachsagen lassen. Bei Trends wie Industrie 4.0 sehen Marktforscher Deutschland bereits hinterherhinken. Stimmt das wirklich? Wie wichtig sind dem „Rückgrat der deutschen Wirtschaft“ Produktivität, Zuverlässigkeit oder Internationalisierung? Ein Gespräch mit Andree Stachowski, Chief Sales Officer (CSO) der proALPHA Gruppe.

Globalisierung, Automatisierung, demografischer Wandel – steht der Mittelstand vor einem Umbruch?

Andree Stachowski: Keiner dieser Trends ist wirklich neu. Die meisten Mittelständler gehen souverän mit diesen Herausforderungen um. Sie warten zunächst ab und analysieren, ob eine Investition wirtschaftlich erscheint oder andere Wettbewerbsvorteile verspricht.

Mittelständler können sich sehr schnell neuen Marktentwicklungen und veränderten Rahmenbedingungen anpassen. Das ist ein wichtiger Vorteil gegenüber größeren Wettbewerbern.

Allerdings muss das Unternehmen auch tatsächlich in der Lage sein, Geschäftsprozesse und Organisation schnell anzupassen. Dabei spielt die IT und ganz speziell das ERP-System eine zentrale Rolle.

Warum ist die ERP-Software so bedeutend für die Umsetzung von Geschäftsstrategien?

Andree Stachowski: ERP-Systeme sind im Laufe der letzten 20 Jahre in nahezu alle Unternehmensbereiche vorgedrungen. Vollständig integrierte Geschäftsprozesse sorgen für Transparenz und einen spürbaren Effizienzschub. Andererseits ist ein gewisses Abhängigkeitsverhältnis nicht von der Hand zu weisen.

Die ERP-Software ist Dreh- und Angelpunkt der Kommunikation im Unternehmen. Organisatorische Änderung bedeutet daher fast immer auch eine Anpassung des ERP. Deshalb ist es so wichtig, ERP-Entscheidungen sorgfältig vorzubereiten.

Flexibilität heißt das Zauberwort

Wie sieht die ideale ERP-Software für mittelständische Unternehmen aus?

Andree Stachowski: Zunächst muss die Software zum Unternehmen passen. Bei den fachlichen Anforderungen sollte das Unternehmen möglichst wenig Kompromisse und schon gar keine Abstriche machen. Viele Mittelständler befinden sich inzwischen in der Situation, dass sie ähnlich hohe Anforderungen wie ein multinationaler Großkonzern haben, nur eben nicht das gleiche Budget. Deshalb sollte man bei Softwareinvestitionen weit in die Zukunft schauen, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein.

Flexibilität heißt hier das Zauberwort. Ein ERP-System muss sukzessive ausgebaut werden können, etwa um zusätzliche Instanzen, Arbeitsplätze oder Module. Prozesse sollten sich auch ohne Programmieraufwand gestalten lassen. Ebenso wichtig ist die Offenheit zu angrenzenden Systemen oder Maschinen – auch jenen von Partnern, Kunden und Zulieferern entlang der Supply Chain. Hinzu kommen globale Aspekte wie Mehrsprachigkeit, Landesversionen oder internationale Steuerfindung.

Was tut proALPHA, um den Mittelstand bei neuen Herausforderungen zu unterstützen?

Andree Stachowski: Ich möchte vor allem zwei Tools herausheben: das WorkflowManagement und die Integration Workbench (INWB). Bei beiden steht die Prozessoptimierung im Fokus. Mit dem WorkflowManagement lassen sich Standardprozesse wie etwa Kontrollen, Freigaben, Auslieferungen oder Bestellungen vollständig automatisieren.

Hierfür muss man weder programmieren, noch in die Programmlogik eingreifen. Die INWB ist als Integrationsplattform auf die Anbindung angrenzender Technologien ausgerichtet. Sie übernimmt Informationen aus einem System und liefert diese an ein anderes ab. Sprich: Über die INWB werden Drittsysteme angebunden, Daten mit Kunden und Lieferanten ausgetauscht oder Maschinen integriert. Ein zusätzlicher Baustein für mehr Flexibilität.

Und im internationalen Umfeld?

Andree Stachowski: Eine zentrale Herausforderung sind die lokalen Unterschiede im Wirtschafts- und Steuerrecht. Zu proALPHA gibt es derzeit neun Landesversionen, die nicht nur sprachlich angepasst sind, sondern auch den regionalen Vorschriften entsprechen. Weitere werden folgen. Zudem haben wir die Funktionen für die Konzernkonsolidierung erweitert, was die internationale Rechnungslegung vereinfacht.

Übrigens hilft die INWB auch hier, etwa wenn es darum geht, Tochtergesellschaften als separate Mandanten zu synchronisieren oder Summen und Salden aus lokalen Drittsystemen nach proALPHA zu übernehmen. Bei internationalen Supply Chains ist zudem das Lieferantenportal eine sinnvolle Ergänzung, über das sich Zulieferer in bestehende Prozesse einbinden lassen.

Das ERP-System als Schaltzentrale

Wie ist proALPHA mit Blick auf Industrie 4.0 aufgestellt?

Andree Stachowski: Bei Industrie 4.0 geht es unter anderem darum, kleine Losgrößen quasi auf Abruf genauso wirtschaftlich zu produzieren wie große Serien. Das setzt voraus, dass unterschiedliche Systeme, Maschinen und Sensoren unabhängig vom Standort miteinander kommunizieren und Informationen austauschen. Das ERP-System übernimmt dabei die Rolle der Schaltzentrale, die den Gesamtprozess steuert und überwacht.

proALPHA verfügt über einige Module, die Industrie 4.0-Prozesse unterstützen: Hierzu gehören etwa der Produktkonfigurator als Auftragsannahmestelle für individuelle Bestellungen, die schon erwähnte Integrationsplattform INWB als Datendrehscheibe oder das Produktionsplanungs- und Steuerungssystem (APS).

Welche Rolle spielt derzeit eigentlich das Cloud Computing?

Andree Stachowski: Die Cloud-Version von proALPHA ERP ist in bestimmten Situationen eine sinnvolle Alternative zur klassischen Vor-Ort-Installation. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn Unternehmen neue Niederlassungen im Ausland gründen.

Bei Neugründungen bleibt für eine aufwendige ERP-Einführung gerade in der stressigen Startphase oft keine Zeit. Eine Cloud-Lösung hält dem Management den Rücken frei, sodass man sich erst einmal um andere Aufgaben kümmern kann und keine Kapazitäten für den Betrieb und das Application Management der Lösung vorhalten muss.

Was empfehlen Sie Mittelständlern angesichts der Flut unterschiedlicher Trends?

Andree Stachowski: In den Dialog mit dem ERP-Hersteller treten und die Möglichkeiten, vor allem die individuellen Mehrwerte, bezogen auf die Innovationen diskutieren. Man muss nicht sofort auf jeden Zug aufspringen. Ohnehin bestimmt die betriebsspezifische Situation, ob ein Trend das Unternehmen nach vorn bringt oder eher nicht.

Wichtig ist, dass man stets informiert bleibt. Über die technische Entwicklung und darüber, wie sich der Wettbewerb verhält. Nur wer weiß, wie eine zukunftsfähige Lösung aussehen könnte, trifft bei Investitionen die richtigen Entscheidungen.

 

Andree Stachowski

 Andree Stachowski, Chief Sales Officer (CSO) der proALPHA Gruppe

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