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FachinformationProduktion & Konstruktion - 28.10.15

3D weiter denken

Die Verbindung aus CAD und ERP wird Unternehmen produktiver machen

Der Trend zur Digitalisierung bedeutet viel mehr, als Belege zu scannen und Informationen in Computersystemen zu verarbeiten. Er bedeutet vor allem, für alle Entscheider die richtige Information zum richtigen Zeitpunkt so aufzubereiten, dass sie die Situation sofort einschätzen können und ihnen die Arbeit schneller von der Hand geht.

Bildinformationen sind dafür besonders gut geeignet, weil sie ohne Text das Wesentliche auf einen Blick verdeutlichen können. Ihr Potenzial reicht weit über die Konstruktion hinaus.
Je mehr Informationen ein Bild transportiert, umso weniger begleitender Text ist nötig. Man denke nur an die Aufbauanleitungen von Ikea, von denen viele kein einziges Wort mehr enthalten. Die nonverbale Kommunikation hilft, Sprachbarrieren zu überwinden, beugt Missverständnissen vor und spart Übersetzungskosten.

Im Engineering arbeitet man schon seit längerem mit 3D-CAD-Systemen. Das Potenzial dieser anschaulichen Modellen ist aber viel größer. Sie können in Produktionsunternehmen eine Brücke zwischen Technikern und Nicht-Technikern schlagen. Denn sie erleichtern die Abstimmung des Engineering mit anderen Abteilungen, etwa Produktion, Einkauf, Marketing oder Vertrieb.

Verknüpfung mit Geschäftsdaten

Praktisch, wenn zum Beispiel der Einkäufer ergänzend zu Beschreibungen, Tabellen und Zeichnungen auch ein 3D-Modell nutzen kann, um Teilenummern und Preise aufzurufen. Die Grundvoraussetzung dafür: Das Modell muss mit relevanten Daten anderer Geschäftsbereiche verknüpft sein. Dies setzt wiederum eine zentrale Datenbank mit  sämtlichen Produkt- und Geschäftsdaten voraus.
Für den Einkäufer bedeutet das: weniger Rückfragen und einen höheren Durchsatz, also mehr Produktivität. Er kann mit dem Modell interagieren, Teileinformationen aus der Stückliste abrufen oder geometrische Abmessungen selbst ermitteln. Um Besonderheiten eines Auftrags herauszustellen, illustriert er seine Bestellung mit Hilfe einer Bitmap-Grafik.

Effizienz im Einkauf

Wie wäre es, wenn sich der Einkäufer eine Explosionszeichnung aller Komponenten anzeigen lassen könnte und über die Einfärbung der verschiedenen Teile auf einen Blick erkennen könnte, was vorrätig ist und mit wieviel Beschaffungszeit er für jedes Teil rechnen muss  – quasi ein Ampelsystem. Grün: auf Lager, gelb: innerhalb 2 Wochen lieferbar, rot: mindestens 4 Wochen Lieferzeit.Dieser Gedanke lässt sich noch viel weiter spinnen: Fällt ein Lieferant aus und ist ein Teil nicht mehr lieferbar, kann über eine Suche geometrisch ähnlicher bzw. identischer Teile rasch eine Alternative gefunden werden, unter Berücksichtigung von Raumvolumen und Nachbarschaftsbeziehungen  und unter Berücksichtigung von Mindestabstand und Kollisionsprüfungen.

Einfache Dokumentation für Fertigung und Service

In Fertigung und Montage könnten mehrdimensionale Darstellungen oder animierte Sequenzen unmittelbar erklären, in welcher Reihenfolge und mit welchem Befestigungsmaterial Teile zu montieren sind. Und das, ohne einen zusätzlichen CAD-Arbeitsplatz anschaffen zu müssen.

Analog ergeben sich daraus auch entsprechende Vorteile  für den Kundenservice. Egal, ob es um das Zerlegen einer kompletten Anlage oder nur den Austausch eines Ersatzteils geht: Für den Techniker vor Ort erleichtern eingängige Anweisungen ohne viel Text die Arbeit. Besser wird es noch, wenn er animierte Anleitungen auf seinem Tablet-PC abrufen könnte und sofort die nötigen Arbeitsschritte in der richtigen Reihenfolge angeht.

3D-Bilder sorgen in Montageanleitungen, in Handbüchern, Service-Anleitungen und Dokumentationen aller Art für mehr Klarheit. Bislang ist die Zusammenstellung von CAD-Modellen aus diversen Systemen aber vor allem eines: Fleißarbeit. PLM-Systeme der nächsten Generation werden Produktdaten aus sämtlichen, gängigen CAD-Systemen "lesen" und diese Daten zentralisiert zur Verfügung stellen. Der technische Redakteur kann sie dann direkt aufrufen, ohne Rückfragen an das Engineering.

Passend für jeden Geschäftsbereich – aus einer Datenbasis

Schon heute ist der nahtlose Austausch von Daten beliebiger CAD-Systeme mit ERP-Software möglich, zum Beispiel mit CA-Link von proALPHA. Die Lösung von proALPHA verwaltet sowohl technische wie kaufmännische Daten zu Baugruppen oder Zeichnungen gebündelt in einer Datenbank. Aus Modellen werden Teilestämme und Stücklisten abgeleitet. Bei Änderungen und erledigten Aufgaben werden die Mitarbeiter in der Prozesskette, etwa in der Fertigung, mit Hilfe automatisierter Workflows informiert. Über entsprechende Viewer können an Arbeitsplätzen ohne CAD-Lizenz Zeichnungen und 3D-Modelle angezeigt werden. Das Übel der redundanten Datenhaltung ist damit schon heute überwunden.

Die Zukunft wird kontextbezogen und interaktiv. Denn 3D-Informationen werden künftig bedarfsgerecht für die jeweilige Abteilung zugeschnitten bereitgestellt. Ein Beispiel: Während Bauteile für Anleitungen und Handbücher mit Kanten- und Silhouetten dargestellt werden, stehen  für Marketing-Unterlagen fotorealistische 3D-Ansichten zur Verfügung. Es wird auch möglich sein, dass Vertrieb und Kunde im Webbrowser gemeinsam über einen Online-Konfigurator verschiedene Varianten anhand eines fotorealistischen Modells  durchspielen und gemeinsam in allen Einzelheiten beurteilen - inklusive Preise und Liefertermine. Wer vor der Bestellung sieht, wie "sein" individuelles Produkt aussehen wird, entscheidet sich schneller und ist mit dem Ergebnis zufriedener.

Kürzere Produktentwicklungszyklen

Aber auch Techniker werden von den erweiterten Collaboration-Möglichkeiten in 3D profitieren. Ein mögliches Szenario: Im Design Review betrachten alle Projektbeteiligten eine Gesamtansicht, zusammengesetzt aus mehreren Subsystemen. Noch bevor der erste Prototyp entsteht, kann das Team überprüfen, ob an alles gedacht wurde. Sind Sicherheitsabstände eingehalten? Kommt der Service leicht an zu wartende Komponenten? Allerdings stammen so gut wie nie sämtliche Komponenten wie Gehäuse, Rohrleitungen, Kabelbäume oder Steuergeräte aus einer Hand, sprich aus einem CAD-System. Daher ist eine Multi-CAD-Fähigkeit die Grundvoraussetzung, um alle Komponenten in einer Gesamtschau zu visualisieren. Davon profitieren umso mehr internationale Teams, weil sie Sprachbarrieren überwinden und gemeinsam Szenarien diskutieren und Änderungen sofort einarbeiten können.

Eine derart hohe Integration sämtlicher relevanter Daten und ihre Bereitstellung für verschiedenste Unternehmensbereiche und Geschäftsprozesse bringt enorme Vorteile: Die Mitarbeiter verfügen nicht nur auf Knopfdruck über benötigte Informationen in der für sie relevanten Form. Es entstehen auch weniger Fehler, weil alle immer sofort auf dem aktuellen Stand sind. Außerdem lässt sich eine Vielzahl von Aufgaben parallelisieren. Während das Engineering an einer neuen Produktversion arbeitet, können gleichzeitig bereits Marketingunterlagen und Handbücher vorbereitet werden. So lässt sich sicherstellen, dass die verwendeten Darstellungen immer mit der neuesten Produktversion übereinstimmen.

Es erfordert eine neue Generation von Systemen, die dieses dynamische Arbeiten mit 3D-Daten abteilungsübergreifend ermöglicht: für Unternehmen eine riesige Chance, noch innovativer und produktiver zu werden. Die digitale Transformation kommt damit einen großen Schritt voran.  Kunden von proALPHA können sich in den nächsten Versionen auf zahlreiche neue Funktionalitäten für die 3D-Kommunikation freuen.

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