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FachinformationFinanzwesen & ControllingGeschäftsleitung - 22.12.16

Das ändert sich 2017 im Rechnungswesen

Neue Steuerregelungen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Ungarn und Polen

proALPHA berücksichtigt Änderungen im Jahresendupdate

Der Jahreswechsel 2016/2017 bringt auch im Rechnungswesen einige Änderungen mit sich. Der ERP-Spezialist proALPHA hat einen Blick auf die Neuerungen für Deutschland, Österreich, die Schweiz, Italien, Ungarn und Polen geworfen. Mit dem Jahresendupdate passt proALPHA seine Softwarelösung an die neuen steuerlichen Regelungen an.

Deutschland: ELSTER, Umsatzsteuer und BilRUG

Die Clientbibliothek ELSTER Rich Client (ERiC) gibt Softwareherstellern die Möglichkeit, Umsatzsteuer-voranmeldungen sowie -erklärungen automatisch aus dem jeweiligen System erstellen zu können – absolut konform mit dem seit 2005 geltenden ELSTER-Verfahren. Die strukturellen Änderungen in der Clientbibliothek sind Bestandteil des Jahresendupdates in proALPHA. Die Installation ist somit Voraussetzung für die elektronische Übermittlung der Umsatzsteuervoranmeldung (UStVA) und der Zusammenfassenden Meldung (ZM) für das Jahr 2017 sowie der Umsatzsteuererklärung (UStErk) für 2016. Eine neue Kennzahl 23 in der Umsatzsteuervoranmeldung gibt zudem die Möglichkeit, weitere oder abweichende Angaben zu Sachverhalten machen zu können. Diese sind dann auf einem gesonderten Blatt mit der Überschrift „Ergänzende Angaben zur Steueranmeldung“ anzugeben.

Das Bilanzrichtlinien-Umsetzungsgesetz (BilRUG) harmonisiert den europäischen Rechtsrahmen und ermöglicht die Vergleichbarkeit der Jahres- und Konzernabschlüsse innerhalb Europas. Es bringt tiefgreifende Änderungen im Handelsrecht und bei der Bilanzierung und Berichterstattung größerer Unternehmen sowie den Angaben im Anlagenspiegel.

Österreich: Rechnungslegungsänderungsgesetz (RÄG)

Analog zum deutschen BilRUG gilt für Österreich das Rechnungslegungsänderungsgesetz (RÄG), das einen umfassenden Umbau des Unternehmensgesetzbuches (UGB) mit sich bringt. Davon betroffen sind allgemeine Bestimmungen und Grundsätze, Größenklassen, Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen sowie neue Ausweisvorschriften für Anhang (Anlagenspiegel) und Lagebericht.

Schweiz: Zahlungsverkehr gemäß Meldungsstandard ISO 20022

Die Schweizer Antwort auf SEPA lautet ISO 20022: Bis zum Jahr 2020 wird die Schweiz schrittweise die Normen für den elektronischen Zahlungsverkehr harmonisieren und sich damit dem europaweit eingesetzten SEPA-Verfahren annähern, welches ebenfalls auf ISO 20022 basiert. Überweisungs- und Lastschriftverfahren werden dann vollständig auf dieser Basis verarbeitet und somit weitgehend an europäische Standards angeglichen. Der neue Standard ersetzt eine Vielzahl unterschiedlicher Normen, Verfahren und Formate für Überweisungen, Lastschriften und Belege in der Schweiz. Von dieser Harmonisierung profitieren somit alle Unternehmen in der Schweiz.

Italien: Steuerliche Meldungen, Steuerliquidation und Änderungen in den Meldepflichten

Seit Anfang 2012 gibt es in Italien die Meldepflicht „Spesometro“. Danach müssen steuerpflichtige Unternehmen, die eine italienische Umsatzsteuer-Nr. besitzen, erbrachte und erhaltene Lieferungen und Leistungen melden, sofern diese in dem jeweiligen Kalenderjahr ausgeführt wurden. Die Meldepflicht besteht ab einem Betrag von 25.000 EUR. Ab Mai 2017 gibt es eine Reihe von Änderungen im zeitlichen Umfang sowie formelle Änderungen der steuerlichen Meldung. Ebenso gibt es Änderungen in der Meldepflicht bei der Steuerliquidation sowie bei steuerfreien Inlandstransaktionen.

Ungarn: Umsatzsteuer und „Real-Time Invoice-Data-Supply”

Im Sommer 2016 hat der Gesetzgeber eine Reihe von steuerlichen Änderungen beschlossen, die ab Januar 2017 gelten. Danach ist bei Ausgangsrechnungen ab 100.000 HUF Umsatzsteuer (ca. 330 EUR) die Steuernummer des Rechnungsempfängers anzugeben. Für die inländische Zusammenfassende Meldung (ZM) gilt jedoch noch bis zum 30. Juni 2017 übergangsweise eine Grenze von 1 Mio. HUF Umsatzsteuer.

Darüber hinaus gilt ab Juli 2017 die „Real-Time Invoice-Data-Supply”. Danach müssen alle in Ungarn steuerpflichtigen Unternehmen ihre maschinell erstellen Rechnungsdaten online der Steuerbehörde übermitteln. Die Software muss ab diesem Zeitpunkt in der Lage sein, alle angeforderten Daten einer Ausgangsrechnung ab einem Umsatzsteuerbetrag von 100.000 HUF (ca. 330 EUR) elektronisch und in Echtzeit zur Verfügung zu stellen. Die finalen Rechtsvorschriften liegen aktuell (Stand Dezember 2016) noch nicht vor. Insbesondere ist die Frage, ob die Rechnungsdaten bereits vor oder erst zum Zeitpunkt der Rechnungsstellung der Steuerbehörde online übermittelt werden müssen, noch offen. Selbstverständlich wird proALPHA diese Anforderung implementieren und zu gegebener Zeit erneut darüber berichten.

Polen: Standard Audit Files (SAF) und Umsatzsteuer

Seit dem 1. Juli 2016 gelten geänderte steuerliche Anforderungen in Polen. Danach müssen in Polen ansässige Steuerpflichtige oder ausländische Unternehmen, die in Polen mehrwertsteuerpflichtig sind, steuerlich relevante Daten in einem einheitlichen elektronischen Format übermitteln. Das Format basiert auf dem Standard Audit File (SAF), das eine Beschreibungsdatei enthält, nach der relevante Daten aus dem jeweiligen ERP-System in ein vorgegebenes XML-File zu übertragen sind. proALPHA unterstützt SAF.

Mit SAF startet das Finanzministerium eine umfassende Reform der elektronischen Steuerprüfung in Polen. Das neue Format stellt daher die einheitliche und verpflichtende Basis aller Außenprüfungen der Finanzbehörden in Polen dar. Weitere Änderungen seitens der Finanzbehörden werden folgen.

Weitere Informationen

Umfassende Informationen zu den rechtlichen Änderungen im Rechnungswesen finden Sie hier:

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